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abgelagerter Müll in einer Seitenstraße

Wieso Nachhaltigkeit?

Die Frage danach, weshalb Nachhaltigkeit wichtig ist, lässt sich eigentlich mit gesundem Menschenverstand kurz und knapp beantworten und ist mittlerweile ein relativ ausgelutschtes Thema.

Dennoch möchte ich in diesem Eintrag davon erzählen, wie ich auf diese Thematik gestoßen bin und weshalb sie mir so sehr am Herzen liegt- denn man kann gar nicht genug über diese Angelegenheit sprechen und sich gegenseitig daran erinnern. Ich sehe diesen Eintrag vor allem als eine Erinnerung an mich selbst; als Aufruf, noch mehr zu tun und andere auf die Thematik aufmerksam zu machen. 

In meiner Zeit als Schülerin habe ich insgesamt nicht wirklich viel über Nachhaltigkeit gelernt geschweige denn mich selbst damit befasst. Ich kann mich nicht erinnern, dass es zu irgendeiner Zeit in einem relevanten Ausmaße behandelt worden war, was – rückblickend gesehen – wirklich schade ist.

Konfrontiert mit Gedanken zur Nachhaltigkeit wurde ich erstmals im Rahmen regelmäßig stattfindender Philosophiekreise, die einige SchülerInnen und ich gemeinsam mit unserem damaligen Philosophielehrer nach dem Abitur in Cafés austrugen. Dort wurden Debatten über alle möglichen Themen geführt, die philosophisch interessant und relevant waren- und somit auch bspw. der Konsum von Fleisch angesichts der Massentierhaltung. Die Argumentation gegen den Fleischkonsum schien mir einleuchtend, sodass ich darüber auch zuhause diskutierte und versuchte, meine Familie für weniger Fleischkonsum und Biofleisch zu begeistern.

Heute ist meine Schwester Pescetarierin und meine Mutter, ebenso wie ich, zumindest sensibilisiert und bemüht, den Fleischkonsum zu reduzieren und auf Biofleisch zu setzen. Das klappt in einer großen Familie nicht immer, aber allein die Absicht und das ständige Versuchen sind schon ein toller Fortschritt! Der wichtigste Schritt ist meiner Meinung nach, zu verinnerlichen, dass für unseren Konsum von Fleisch Lebewesen sterben. In meinem Weltbild sehe ich alle Lebewesen als Gottes Schöpfung und damit uns Menschen in der Verantwortung, würdig mit ihr umzugehen. Und das gilt insbesondere für die Tiere auf unserer Welt.  Diese Erkenntnis ist jedoch keinesfalls nur religiösen Menschen vorbehalten, die an Gottes Schöpfung glauben- es ist eine Sache der  menschlichen Vernunft, dies einzusehen.

Die artgerechte Haltung von Tieren und der Fleischkonsum sind jedoch nur zwei von vielen Punkten in Sachen Nachhaltigkeit.

Sommer 2016. Ich verbrachte zwei Wochen im Libanon mit meinen Großeltern, welche ein Haus in ihrem Heimatdorf im Süden besitzen. Die damalige Fahrt von der Hauptstadt Beirut in den Süden lässt sich mit einer Fahrt durch ein Meer aus Müll vergleichen. Überall auf den Straßen, an einigen Stränden, in den Städten und im Meer war Müll zu finden. Selbst auf einem alten Friedhof wurden Matratzen und Sperrgut abgestellt. Das alles schien viele Bewohner überhaupt nicht zu stören. Im Gegenteil: die Krönung dieses Eindrucks bildete ausgerechnet eine ältere Frau aus dem Dorf, welche vor ihrem Haus auf einem Stuhl an einer Dose Cola schlürfte, diese anschließend auf die Straße warf und amüsiert auflachte, als ein vorbeifahrendes Auto die Dose endgültig in den Asphalt drückte.

Es hat mich sehr stark getroffen, ein solch schönes Land unter derartigem Müll ersticken zu sehen. Noch mehr hat es mich getroffen, zu sehen, dass ein Großteil der Menschen noch nie über Nachhaltigkeit oder Umweltschutz nachgedacht bzw. diesbezüglich konkret gehandelt hat.

In diesem Moment fasste ich den Entschluss, mich eingehender mit dem Thema Plastik und Müll zu befassen. Erst letztens hat mir ein Bekannter traurig eine Aufnahme vom Mittelmeer gezeigt, die er aus dem Flugzeug heraus gefilmt hatte. Zu sehen sind Ansammlungen von Plastik, die zunächst aussehen wie gewöhnliche Wellen und sich jedoch schnell als das entpuppen, was die Menschheit der Erde in den letzten Jahrzehnten  angetan hat: Unrecht und Leid, dessen Ausmaß sich erst in naher Zukunft zeigen wird.

Mittlerweile kann ich kein Plastik mehr sehen. Wenn ich bei LIDL oder ALDI an der Kasse stehe und sehe, welche Mengen Plastik täglich von uns eingekauft werden, wird mir wirklich übel. Malt man sich mal aus, wieviel Plastikverpackung die Produkte einer einzigen Filiale besitzen, ist es gar nicht mehr vorstellbar, wie viel Plastik auf der gesamten Welt produziert und letztendlich entsorgt wird. Daher versuche ich, in meinem Alltag vor allem auf die Reduzierung von nicht recyclebaren Stoffen (insbesondere Plastik) zu achten und dies in mein Umfeld zu tragen. Mittlerweile macht mir das auch wirklich Spaß! Es ist ein ganz anderes Gefühl, bewusst einkaufen zu gehen und sich bewusst für oder gegen ein Produkt zu entscheiden. Man hat das Gefühl, ein Stück Freiheit wiedererlangt zu haben. Freiheit, die der Mensch in seinem unreflektierten Konsum verloren hat und noch nicht einmal vermisst…

In den nächsten Beiträgen werde ich Tipps & Tricks, Rezepte sowie Organisationshilfen für ein nachhaltiges Leben thematisieren und hoffe, dass dieses wichtige Thema noch mehr Anhänger findet!

 

 

 

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